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Roulah Hammouda
Systemisches & kunsttherapeutisches Coaching
Einzel • Paare • Teams
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Und wo bleibe ich?

Über das Kümmern, das Funktionieren und die leise Frage nach sich selbst.

Manchmal ist es nur eine Tasse Kaffee.

Sie steht auf dem Tisch, längst kalt geworden. Daneben das Telefon, eine offene Nachricht, ein Zettel mit drei Dingen, die noch erledigt werden müssen.

Jemand braucht etwas.

Noch schnell etwas organisieren.

An etwas denken, das sonst vielleicht vergessen wird.

Der Tag ist voll.

Und irgendwie geht er immer auf.

Zumindest für die anderen.

Es gibt Frauen, die haben einen erstaunlichen Blick für das, was gebraucht wird.

Sie merken, wenn jemand stiller ist als sonst. Sie erinnern an Termine, hören zu, springen ein und finden Lösungen, wenn es schwierig wird.

Sie sind da.

Oft ganz selbstverständlich.

Und manchmal so selbstverständlich, dass kaum jemand fragt, wie es ihnen eigentlich geht.

Vielleicht fragen sie sich das irgendwann selbst.

Nicht unbedingt laut.

Eher zwischen zwei Aufgaben. Auf dem Heimweg. Abends, wenn endlich Ruhe einkehrt und die Stille plötzlich gar nicht so ruhig ist.

Und wo bleibe ich eigentlich?

Wenn das Eigene immer später kommt

Es muss gar nicht so sein, dass uns jemand daran hindert, auf uns selbst zu achten.

Manchmal haben wir es einfach gelernt, zuerst nach außen zu schauen.

Was wird gebraucht?

Was ist jetzt wichtig?

Was kann ich noch übernehmen?

Die eigenen Wünsche lassen sich dagegen oft erstaunlich gut verschieben.

Später, wenn mehr Zeit ist.

Wenn die anderen versorgt sind.

Wenn es gerade besser passt.

Nur kommt dieses Später nicht immer.

Und irgendwann wird es schwierig, überhaupt noch zu sagen, was man selbst eigentlich möchte.

Nicht, weil nichts mehr da wäre.

Sondern weil die eigene Stimme zwischen all den anderen Stimmen leiser geworden ist.

Sich selbst wieder begegnen

Vielleicht beginnt es nicht damit, etwas Großes zu verändern.

Vielleicht beginnt es mit einem Moment, in dem du innehältst.

Bevor du Ja sagst.

Bevor du die nächste Aufgabe übernimmst.

Bevor du wieder selbstverständlich davon ausgehst, dass du dich schon irgendwie um alles kümmern wirst.

Und dich fragst:

Habe ich dafür gerade wirklich Raum?

Nicht jede Bitte muss abgelehnt werden. Nicht jede Verantwortung ist zu viel. Für andere da zu sein kann etwas sehr Schönes sein.

Aber es macht einen Unterschied, ob wir uns bewusst dafür entscheiden oder ob wir uns selbst dabei kaum noch wahrnehmen.

Es geht nicht darum, weniger zu lieben.

Nicht darum, weniger fürsorglich zu sein.

Vielleicht geht es darum, sich selbst in diese Fürsorge mit einzubeziehen.

Ein Platz für das, was in dir lebt

In meiner Arbeit begegnet mir immer wieder die Frage, wie Menschen den Kontakt zu sich selbst stärken können.

Manchmal finden wir über Worte einen Zugang.

Manchmal hilft es, genauer auf den Körper zu hören.

Und manchmal entsteht über Farbe, Form, Ton oder ein inneres Bild ein Zugang zu etwas, das sich noch nicht in einen Satz fassen lässt.

Dabei muss nicht sofort eine Lösung entstehen.

Manchmal reicht es, etwas wieder wahrzunehmen.

Eine Sehnsucht.

Eine Grenze.

Einen Wunsch, den man lange aufgeschoben hat.

Oder die Erkenntnis, dass man müde geworden ist vom Immer-für-alles-da-Sein.

Auch das darf erst einmal da sein.

Ohne Vorwurf.

Ohne Bewertung.

Und ohne dass daraus gleich die nächste Aufgabe werden muss.

Und wo bleibst du?

Vielleicht magst du dir heute eine kleine Frage mitnehmen.

Nicht als neue Übung, die du auch noch erledigen musst.

Sondern als Einladung, einen Augenblick bei dir selbst zu bleiben.

Was würde ich heute brauchen, wenn ich mich genauso aufmerksam behandeln würde wie die Menschen, um die ich mich kümmere?

Vielleicht ist es Zeit.

Vielleicht Ruhe.

Vielleicht ein Gespräch, in dem du nicht diejenige sein musst, die alles auffängt.

Oder vielleicht einfach eine Tasse Kaffee, die du trinkst, solange sie noch warm ist.

Manchmal sind es kleine Dinge, in denen wir uns selbst wieder begegnen.

Und manchmal beginnt genau dort etwas Neues.

Nicht, weil wir plötzlich alles anders machen.

Sondern weil wir uns selbst wieder mitdenken.

Auch du gehörst zu den Menschen, für die du da sein darfst.