
Veränderung im Leben
Es gibt Zeiten im Leben, da merkt man zuerst nur, dass etwas nicht mehr stimmt.
Noch ist nichts entschieden.
Noch ist nichts neu.
Aber das Alte passt nicht mehr ganz.
Vielleicht ist die Arbeit, die einmal richtig war, plötzlich zu eng geworden. Vielleicht sind die Kinder größer und brauchen einen anders. Vielleicht hat sich eine Beziehung verändert. Vielleicht ist jemand gegangen. Oder man selbst hat sich verändert, ohne genau zu wissen, wann das eigentlich passiert ist.
Man macht weiter.
Der Alltag läuft.
Man erledigt, organisiert, kümmert sich.
Und trotzdem ist da dieses leise Gefühl:
Da wartet etwas auf mich.
Nicht unbedingt etwas Großes.
Vielleicht nur ein Teil von mir, den ich lange nicht mehr gehört habe.
Wenn man noch keine Antwort hat
Wir sind es gewohnt, Lösungen zu suchen.
Was möchtest du?
Was ist dein Ziel?
Wie soll es weitergehen?
Fragen, auf die man am besten gleich eine Antwort haben sollte.
Aber vielleicht gibt es Zeiten, in denen eine Antwort noch gar nicht da ist.
Dann kann es gut sein, nicht sofort weiterzugehen.
Sondern erst einmal dort zu bleiben, wo man gerade steht.
Zu spüren, was sich verändert hat.
Was schwer geworden ist.
Was fehlt.
Und vielleicht auch, was wieder leiser anklopft.
Der Raum dazwischen
Ich mag diesen Raum.
Nicht, weil er immer angenehm ist.
Sondern weil hier noch vieles möglich ist.
Das Alte ist nicht mehr selbstverständlich. Das Neue muss noch keine Form haben.
Man darf ausprobieren.
Ein Gedanke.
Eine Farbe.
Eine Bewegung.
Ein Bild.
Manchmal entsteht dabei etwas, das vorher nicht zu sehen war.
In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Menschen nicht unbedingt mehr Antworten brauchen. Manchmal brauchen sie einen Ort, an dem sie sich selbst wieder wahrnehmen können.
Ohne etwas leisten zu müssen.
Ohne bereits zu wissen, wohin die Reise geht.
Mit Worten, wenn Worte da sind.
Und manchmal mit Farbe, Ton, Bewegung oder einem inneren Bild, wenn Worte gerade nicht reichen.
Vielleicht musst du gerade gar nicht wissen, wie es weitergeht.
Vielleicht reicht für den Moment eine andere Frage:
Was in mir möchte wieder mehr Raum bekommen?
Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort.
Nicht mit einem großen Entschluss.
Sondern mit einem kleinen Moment, in dem du dich selbst wieder bemerkst.
Vielleicht zwischen zwei Terminen.
Beim Blick aus dem Fenster.
Beim Gehen.
Beim Malen.
Oder einfach mitten im ganz normalen Leben.
Und plötzlich ist da etwas, das du schon lange nicht mehr gehört hast.
Deine eigene Stimme.
Nicht laut.
Aber da.
